Kriegsgefangenenlager des II. Bayerischen Armeekorps

Übersicht & Beispiele


Aschaffenburg

Ab Mai 1915 gab es im Ortsteil Leider bis zum Ende des Krieges ein Kriegsgefangenenlager mit bis zu 2000 Kriegsgefangenen. Es lag an der heutigen B26, damals „Große Schönbuschallee“

Bei den Gefangenen handelte es sich mehrheitlich um Russen, welche zum Bau des

Leiderer Hafens (Heute Bayernhafen) sowie der Kanalisierung des Mains eingesetzt wurden. Der Kontakt der Zivilbevölkerung mit den Kriegsgefangenen sowie das generelle Aufhalten in Nähe des Gefangenenlagers war strengstens untersagt. 

Die Häftlinge wurden teilweise auch in umliegende Gebiete in der Industrie sowie Landwirtschaft abkommandiert und eingesetzt.

Scheckmarken Aschaffenburg | Variante 1 | Zähnung und waagerechter zweizeiliger Aufdruck
Scheckmarken Variante I | Zähnung und waagerechter zweizeiliger Aufdruck
VARIANTE I 
Zähnung | Aufdruck "Aschaffenburg"  waagerecht und zweizeilig
1.1 1 Pfg. braun .01
1.2 1 Pfg. orange --
2 5 Pfg. grün .02
3.1 10 Pfg. rot .03.3
3.2 10 Pfg. braun .03.1
3.3 10 Pfg. orange .03.2
4 20 Pfg. blau .04
5 1 Mark lila .05
6 5 Mark blau .06
VARIANTE II

Zähnung | Aufdruck diagonal und einzeilig

7 1 Pfg. braun .10
8 5 Pfg. grün .11
9 5 Mark blau .12
VARIANTE III

wie Variante II aber geschnitten

10 5 Mark blau .20
Variante 2 - Aufdruck diagonal und einzeilig
Variante II - Aufdruck diagonal und einzeilig

Bei dem Lagergeld des 2. Bayerischen Armee-Korps gibt es auch deutliche Druckunterschiede. Wegen vieler fehlenden Informationen durch Zerstörung wichtiger Dokumente (z.B. Bombardierung des Reichsarchivs in Berlin, 1945) sowie der generellen Knappheit an verfügbaren Marken-Material ist dort noch einiges nicht thematisiert worden. Hier ein Beispiel von der 1 Pfennig-Marke:

Bei der Variante in braun wurden Krone und Kranz deutlich fetter dargestellt als bei der orangen Variante. Umgekehrt wurde dort der Schriftzug "II.BAYR.A.K." schmaler gedruckt.



Germersheim (Rheinland-Pfalz)

Stempel: "Kriegsgefangenen-Lager Germersheim Scheckstelle"

Die Stadt war zu Beginn des 1. Weltkriegs noch eine Festungsstadt. Die Festung Germersheim gehörte damals zur königlich-bayerischen Armee. Innerhalb der Festungsanlage befand sich ein großer Exerzierplatz (heute US-Depot), welcher bereits 1915 Standort des ersten noch aus Zelten und Baracken bestehenden Kriegsgefangenenlagers wurde. Zu Beginn wurden dort über 4000 russische Kriegsgefangene untergebracht.

Auf dem weitläufigen Gelände wurden ab 1917 auch Backstein-Unterkünfte geschaffen.

Die Zahl der Kriegsgefangenen stieg bis 1918 auf ca. 9500. Der Großteil (ca. 7000) waren Russen. Die übrigen Gefangenen waren Italiener. Die meisten Gefangenen wurden in der umliegenden Landwirtschaft eingesetzt. Ein Teil der Gefangenen verdiente seine Scheckmarken sicher auch in der Kriegsproduktion bei BASF in Ludwigshafen. (Dies galt auch für andere Lager in der Pfalz)

Variante 1 - Scheckmarken Germersheim ohne Zusatz
Variante I | Scheckmarken ohne Zusatz
VARIANTE I 
geschnitten | ohne Aufdruck
1 1 Pfg. braun .01
2 5 Pfg. grün .02
3 10 Pfg. rot .03
4 20 Pfg. blau .04
5 1 Mark lila .05
6 5 Mark blau .06
VARIANTE II

wie Variante I aber die "5" ist schraffiert statt voll gefärbt

7 5 Mark blau .10
VARIANTE III

gezähnt | ohne Aufdruck

8 1 Pfg. braun .20
9 5 Pfg. grün .21
10 10 Pfg. rot .22
11 20 Pfg. blau .23
12 1 Mark lila .24
13 5 Mark blau .25
VARIANTE IV
wie Variante III aber die "5" ist schraffiert statt voll gefärbt
14 5 Mark blau .30
VARIANTE V
gezähnt | mit Aufdruck "Germersheim" | Aufdruck .1=17,5mm bei .2=19mm
15.1 1 Pfg. braun .01
15.2 # # --
16.1 5 Pfg. grün .02
16.2 # # --
17.1 10 Pfg. rot .03
17.2 # # --
18.1 20 Pfg. blau .04
18.2 # # --
19.1 1 Mark lila .05.1
19.2 # # .05.2
20 5 Mark blau .06
VARIANTE VI
wie Variante V aber die "5" schraffiert statt voll gefärbt
21  5 Mark blau .10
VARIANTE VII
wie Variante V aber zusätzlich mit kopfstehenden roten "P"
22 1 Mark lila .20
Unterschiede beim 5 Mark-Wert | Variante 1 + 2 | Einmal ausgefüllte und einmal schraffierte "5"
Unterschiede beim 5 Mark-Wert | Variante 1 + 2 | Einmal ausgefüllt und einmal schraffierte "5"
Variante III - mit Zähnung und ohne Aufdruck
Variante III - mit Zähnung und ohne Aufdruck
Unterschiede bei der Größe des Aufdrucks | Variante V
Unterschiede bei der Größe des Aufdrucks | Variante V

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Hammelburg

Das Kriegsgefangenenlager entstand auf dem damaligen Truppenübungsplatz Hammelburg, welches der bayerischen Armee als Schießübungsplatz diente. (Heute ein Stadtteil von Hammelburg und durch die Bundeswehr genutzt)

1914 trafen ca. 3000 Franzosen als erste Kriegsgefangene ein. Das Lager wurde in den Kriegsjahren systematisch durch Hütten erweitert und zum Ende des 1. Weltkriegs befanden sich dort ca. 10.000 Gefangene. Mehrheitlich handelte es sich um Franzosen.

Es gab aber auch eine große Anzahl an italienischen und russischen Soldaten.

Die meisten Kriegsgefangenen wurden für die Bauarbeiten im Lager sowie in der umliegenden Landwirtschaft eingesetzt.  

Lagergeld vom Kriegsgefangenenlager Hammelburg | Variante II
Lagergeld vom Kriegsgefangenenlager Hammelburg | Variante II
VARIANTE I 
Zähnung | schwarz-violetter Stempel "H"  
1 1 Pfg. braun .01
2 5 Pfg. grün .02
3 10 Pfg. rot .03
VARIANTE II

Zähnung | diagonaler Aufdruck "Hammelburg" .1=17mm .2=18mm

4.1 1 Pfg. braun .10a
4.2 # # .10b
5.1 5 Pfg. grün .11a
5.2 # # .11b
6.1 10 Pfg. rot .12a
6.2 # # .12b
7.1 20 Pfg. blau .13a
7.2 # # .13b
8.1 1 Mark lila .14a
8.2 # # .14b
9.1 5 Mark blau .15a
Das KGL Hammelburg auf einer Feldpostkarte
Das KGL Hammelburg auf einer Feldpostkarte
Nord- und Südlager vom KGL Hammelburg
Erweiterung führte zu einem Nord- und Südlager

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Landau

In Landau und Umgebung gab es zum Start des Ersten Weltkriegs umfangreiche Kasernenanlagen der bayerischen Armee. In Landau-Ebenberg hielten sich bis zu 2000 französische Gefangene in einem Barackenlager auf. (Heute stehen dort Wohnhäuser)

Durch die Nähe zur damaligen Front waren viele davon auch Zivilisten, welche aus den französischen Dörfern stammten, welche sich unmittelbar hinter der Gefechtslinie befanden. Man könnte aus heutiger Sicht also auch oft von einer Art „Schutzhaft“ sprechen, da diese Bewohner sonst im Granatenhagel durch Freund & Feind leicht ihr Leben verloren hätten. Der Einsatz der Gefangenen fand in der umliegender Landwirtschaft sowie möglicherweise auch in der Kriegsproduktion bei BASF statt.

Gefangenengeld Landau | II. Bayerisches Armeekorps | Variante I
Gefangenengeld Landau | II. Bayerisches Armeekorps | Variante I
VARIANTE I 
Zähnung | diagonaler Aufdruck "Landau" | Aufdruck=12mm 
1 1 Pfg. braun .01
2 5 Pfg. grün .02
3 10 Pfg. rot .03
4 20 Pfg. blau .04
5 1 Mark lila .05
6 5 Mark blau .06
VARIANTE II

wie Variante I aber Aufdruck=17mm

7 1 Pfg. braun .20
8 5 Pfg. grün .21
9 10 Pfg. rot .22
10 20 Pfg. blau .23
11 1 Mark lila .24
VARIANTE III

wie Variante I aber "5" von Nominale ist schraffiert statt voll gefärbt

12 5 Mark blau .10
Links: Aufdruck 12mm | Rechts: Aufdruck 17mm
Links: Aufdruck 12mm | Rechts: Aufdruck 17mm

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Würzburg (Galgenberg)

In der Stadt befand sich das Generalkommando vom II. Bayerischen AK.

Im östlichen Stadtteil Hubland befand sich das KGL Galgenberg, in welchem bis zu 6000 französische Soldaten inhaftiert waren. Teil des Lagers waren die Hallen des früheren Artillerie-Exerzierplatzes der Bayerischen Armee. Bekannt ist, dass viele Gefangene zu Ernteeinsätzen in die umliegende Landwirtschaft entsendet wurden.

Gefangenengeld aus dem KGL Würzburg | Variante II | II.Bayerisches Armeekorps
Gefangenengeld aus dem KGL Würzburg | Variante II | II.Bayerisches Armeekorps
VARIANTE I 
Zähnung | diagonaler Aufdruck "Würzburg" | Aufdruck=15,5mm 
1 1 Pfg. braun .01
2 5 Pfg. grün .02
3 10 Pfg. rot .03
4 20 Pfg. blau .04
5 1 Mark lila .05
6 5 Mark blau .06
VARIANTE II

wie Variante I mit zusätzlichen rotem "P"

7 1 Pfg. braun .20
8 5 Pfg. grün .21
9 10 Pfg. rot .22
10 20 Pfg. blau .23
11 1 Mark lila .24
12 5 Mark blau .25
VARIANTE III

wie Variante I aber Aufdruck=18mm

13 1 Pfg. braun .30
14 5 Pfg. grün .31
15 10 Pfg. rot .32
16 20 Pfg. blau .33
17 1 Mark lila .34
18 5 Mark blau .35
VARIANTE IV
wie Variante I aber geschnitten
19 5 Mark blau .10
Variante IV | 5 Mark | geschnitten
Variante IV | 5 Mark | geschnitten

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Die Bezeichnung für das

II. Bayerischen Armeekorps

kommt in mehreren Varianten vor:

 

II. Bayrisches Armeekorps

II. Bayrisches Armee-Korps

II. Bayerisches Armee-Korps

II. Königlich Bayerisches Armeekorps

II. Königlich Bayrisches Armee-Korps

 

Abkürzungen auf den Scheckmarken:

 

II. BAYR. A.K.

II. BAYER. AK 

 

 

Zu den Gefangenenlagern vom

X. Armeekorps: